Die Vorgänger Ramses II


Sein Großvater Ramses I

Die offizielle Titulatur Ramses I lautete:
Horus: Der das Königtum erneuert/gedeihen lässt;
Zwei Herrinnen: Der als König erscheint wie Atum;
Goldhorus: Der die Maat in beiden Ländern etabliert;
Der König von Ober- und Unterägypten: Mit bleibender Kraft des Re;
Sohn des Re: Re hat ihn geboren

Ramses I, der Großvater Ramses II, durchlief unter seinem bürgerlichen Namen Paramessu eine steile militärische Karriere als Truppenkommandant, Generalstabsoffizier, Vorsteher der Streitwagentruppe und Bogenschützen, Richter und Prophet der Maat, Wedelträger zur Rechten des Königs etc. bis hin zum Wesir und schließlich Thronfolger Haremhabs.
Wahrscheinlich stammt er aus Unterägypten, genauer gesagt aus dem Ostdelta, vermutlich aus Auaris (heute Qantir), von Ramses II zu seiner Hauptstadt Pi-Ramesse ausgebaut.
Sein Vater war der Offizier Sethos, die Identifizierung seiner Mutter ist fraglich.
Noch als Wesir legt sich Ramses I ein Grab in Gurob (Fayyum) an, was er aber nach seiner Thronbesteigung um 1292 v. Chr. zugunsten eines Grabes -KV 16- (Link zum Theban Mapping Project) im Tal der Könige aufgibt, das aber aufgrund einer kurzen, noch nicht einmal zwei Jahre dauernden Regierungszeit nur kleine Maße aufweist.
Die Mumie Ramses I wurde bislang nicht gefunden bzw. identifiziert. Erhalten sind allerdings seine beiden Sarkophage, die er zu seiner Zeit als Wesir anfertigen ließ und von denen der innere 1939 in einem Schacht bei Medinet Habu -allerdings ohne Mumie- und der äußere mit der Mumie eines etwa 30jährigen buckligen Mannes, der mittlerweile als sein Urenkel Prinz Ramses Neb-Weben identifiziert werden konnte, im Fayyum gefunden wurden.
Sein Königsgrab wurde am 11. Oktober 1817 von Belzoni entdeckt, der darin außer zwei später beigesetzten Mumien einen beschädigten Sarg aus Granit, bemalt mit einer Inschrift aus gelblichen Hieroglyphen und ein etwa zwei Meter hohes Standbild, fand.


Ramses I im Totentempel seines Sohnes Sethos


Sein Vater Sethos I

Seine offizielle Titulatur lautete:
Horus: Starker Stier, der in Theben erscheint, der den beiden Ländern Leben schenkt;
Zwei Herrinnen: Bringer der Erneuerung, der Ägypten schützt und die Fremdländer unterwirft;
Goldhorus: Stark an Jahren, groß an Siegen;
König von Ober- und Unterägypten: Befestigt ist die Maat des Re,
Sohn des Re: Der zu Seth gehörige, geliebt von Ptah bzw. Amun

Nach dem Tod Ramses I ca. 1290 v. Chr. ging die Thronfolge ohne Probleme auf seinen leiblichen Sohn Sethos über, dem es beschieden war, Ägypten ca. 11 Jahre lang zu regieren.
Die Angaben zu seiner Regierungszeit schwanken jedoch stark -zwischen 10 und 16 Jahren. Das höchste belegte Jahr ist sein 11. Jahr auf einer Stele am Gebel Barkal.
Der Werdegang Sethos I ist dem seines Vaters nicht unähnlich: auch er ist im Militär groß geworden und erwies sich als tatkräftiger und energischer Herrscher.
Kaum, daß er zum König gekrönt worden war, begann Sethos damit, die Nordgrenzen Ägyptens zu stabilisieren und schließlich zu erweitern, indem er schon in seinem ersten Regierungsjahr die sich bekriegenden Beduinen am Horusweg befriedete und so die Verbindung und wichtige Handelsroute nach Norden sicherte.
Weitere Kampagnen nach Norden in den ersten Jahren seiner Regierung bzw. gegen die Libyer um das Jahr 5 folgen, dargestellt an den Außenmauern des Karnaktempels.
Bedeutende Bauwerke Sethos I sind u.a. sein Totentempel und Kenotaph (Osireion) in Abydos, sein Totentempel in Qurna, die Wiederaufnahme der Bauarbeiten am Großen Säulensaal von Karnak, die unter seinen Vorgängern begannen, mehrere Bauten in Memphis, schließlich der Baubeginn der neuen Hauptstadt, des späteren Pi-Ramessse etc. und -last but not least- sein prächtiges Grabmal im Tal der Könige: KV 17 (Link zum Theban Mapping Project), in dem der König aber nicht lange ungestört ruhen sollte: es diente zu Beginn der 21. Dynastie als Cachette für die Mumien Ramses I und Ramses II, schließlich wurde seine Mumie zusammen mit der seines Vaters und seines Sohne im 10. Jahr des Si-Amun (6. König der 21. Dynastie) in die Cachette von Deir el-Bahari gebracht.

Seine nächsten Familienangehörigen waren natürlich sein Vater Ramses I und seine Mutter Satre, die durch ihre Titel als Große Königliche Gemahlin und Gottesmutter und ihr unvollendet gebliebenes Grab im Tal der Königinnen (QV 38) als Gattin Ramses I und Mutter Sethos I zu identifizieren ist.
Von ihr existiert außerdem eine Darstellung in der Königskapelle im Tempel Sethos I in Abydos; sie wird auch als Gottesmutter im Grab Sethos I genannt.

Die Zahl der Kinder, die Sethos mit seiner Gattin (Mut-) Tuja hatte, bleibt fraglich.
Sicher belegt sind sein Sohn und Nachfolger Ramses II und eine Tochter namens Tia.
Unsicher bleibt die Frage, ob die für Sethos' Tochter gehaltene Henutmire nicht viel eher seine Enkelin und Tochter Ramses II ist. Ebenfalls unklar ist die Person des Prinzen Nebenchasetnebet, der hin und wieder in der Sekundärliteratur als Bruder Ramses II genannt wird.


Namensopfer Sethos I
Er bringt die Maat als Bestandteil seines Namens Menmaatre dar